9. Juni 2010 – Bildungsstreik in Dortmund (10Uhr Kahtarinentreppen)

Aufruf des Bildungsstreik Bündnisses Dortmund zum Bildungsstreik 2010
(9. Juni bzw. 7.-11 Juni 2010)

Schon im letzten Jahr machte der Bildungsstreik mit bundesweit über 270.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf die verheerenden Missstände im deutschen und nordrhein-westfälischen Bildunssystem aufmerksam. Seine Wirkungskraft war enorm. In Folge der Proteste gewannen die Debatten über Schul- und Hochschulbildung in Politik und Gesellschaft Priorität. Die Zustimmung für die massiven Eingriffe der Wirtschaft in Bildungslandschaft wankt, die festgefahrene Ideen von sozialselektiver,kostenpflichtiger Bildung fielen unter dem Druck von SchülerInnen, Studierenden, Auszubildenden,
LehrerInnen und Eltern.

Im Vorfeld der diesjährigen Landtagswahlen griff das Gros der Parteien die Kritik der DemonstrantInnen auf und kündigte rasche und grundlegende Änderungen bezüglich der Studiengebühren, des mehrgliedrigen Schulsystems, der Mitbestimmungsrechte und der Auszubildendenmisere an.

Doch es ist wie so oft: der Poker um Macht und WählerInnengunst scheint politische Mehrheiten zu ignorieren und droht, mit elementaren Wahlversprechen zu brechen.

Umso aktueller sind jetzt die Forderungen nach einem gerechteren Bildungswesen, freizugänglicher und kostenloser Bildung und mehr Mitsprache von SchülerInnen, Studierenden und Auszubildenden!

Die leeren Wahlversprechen der Parteien sind inakzeptabel!

Wir wählen weiterhin die Straße!

Unsere gemeinsamen Erfolge zeigen, dass ein gerechtes Bildungssystem möglich ist. Unser Protest lebt
von unserer aktiven Beteiligung!

Zusammen auf die Straße, in die Hörsäle, in die Schulen!

Kommt zum Bildungsstreik am 9. Juni 2010 um 10:00 Uhr an den Katharinentreppen (HBF) Dortmund!

Unterstützt die bundesweite Bildungsstreikaktionswoche vom 7.-11. Juni 2010 in Dortmund!

Zusammen fordern wir:

- Unabhängigkeit der Bildung von den Einflüssen der Wirtschaft

- Barrierefreier Bildungszugang

- Demokratie in Bildungsinstitutionen (Mitbestimmungsrechte für alle
Beteiligten)

- Abschaffung aller Bildungsgebühren (wie Studien- und Kitagebühren)

- Genug Geld für Bildung

- Keine Repression gegen unseren legitimen Protest

- Private Schulen und Hochschulen abschaffen

Für die Schulen:

- Eine Schule für alle

- Keine Schulzeitverkürzung, G8 rückgängig machen

- Mehr LehrerInnen & kleinere Klassen

- Wiedereinführung der Drittelparität

- Kopfnoten abschaffen

Für die Hochschulen:

- Transparenz und Mitbestimmung über die Verwendung aller finanziellen
Mittel der Hochschulen

- Abschaffung des Hochschulrats

- Studierbare Studiengänge

- Abschaffung aller NCs

Für die Berufsschulen und Betriebe:

- Ausbildung für alle

- Mitbestimmung bei den Ausbildungsinhalten (auch in Betrieben)

- Umlagefinanzierung

- Steigerung der Qualität der Ausbildung

Einladung zur 12. BDK

Hej liebe Bezirksdelegierte!

Am Dienstag, dem 13. April findet die nächste Bezirksdelegiertenkonferenz statt.

Wann: Dienstag, der 13.04.2010 um 8.30
Wo: Dortmunder Rathaus (Plenarsaal 1.Stock)

Es wird einige spannende, kurze Vorträge über bildungspolitische Themen geben, dann verschiedene Workshops (unter anderem zum Bildungsstreik und Inklusionsarbeit in Schulen).
Daraufhin wird es eine bestimmt sehr unterhaltsame Aktionsphase geben, in der Kreativität und gemeinsames Schaffen im Vordergrund stehen.

Ganz wichtig ist diesmal auch die Antragsberatung. Denkt daran: Jeder Dortmunder Schüler (und jede SV) können einen Antrag auf einer BDK einbringen. Der Vorstand macht zwar einen Grossteil der Arbeit, doch ist die BSV auf die Delegierten angewiesen, um Entscheidungen zu treffen, neue Dinge vorzuschlagen und insgesamt die BSV-Arbeit mit zu gestalten und voran zu bringen. Also scheut euch nicht, bis zum 01.04.10 Anträge einzubringen, wir werden sie ggf. dann auch nochmal mit euch besprechen und versuchen, sie mit euch zu verbessern.

Wir bitten euch, pro angefangene 250 Schüler eurer Schule einen Delegierten zur BDK zu schicken (z.B. Eine Schule mit 783 Schülern hat 4 Bezirksdelegierte).

Wir freuen uns auf eine sicherlich sehr anregende und energiegeladene BDK,
bis dahin

Mit freundlichen Grüßen,
Florian Gubernator
stellv. Vorsitzender der Bezirksschülervertretung Dortmund

Neuer Buttersäureanschlag alarmiert / Aufruf zum Antifa-Frühjahrsputz

Der jüngste durch Neonazis verübte Buttersäureangriff auf das Auto einer dortmunder Familie im Stadtteil Hacheney zeigt den Trend deutlich auf: Die rechte, extremistische Szene in Dortmund radikalisiert sich zu nehmend. Der Anschlag zeigt die Gewaltbereitschaft der rechten Gruppen auf und ihre Einschüchterungstaktik, die vor allem junge Menschen beeindrucken soll.

Aber nicht dieser und das Beispiel der Dorstfelder Familie Engelhardt vor kurzem zeigen diese bittere Realität schonungslos auf. So bilden zum Beispiel illegale Schulhofbesuche der „Autonomen Nationalisten“ einen festen Bestandteil ihrer Strategie Nachwuchs zu gewinnen.

Wieder und wieder stehen sie mit Flyern und den berüchtigten „Schulhof CDs“ am Rande der Pausenhöfe, um die soziale Frustration enttäuschter Jugendlicher zu instrumentalisieren und diese zu ideologisieren. Katastrophale Zustände im Bildungssystem und die aus ihm erwachsenden gesellschaftlichen Missstände beflügeln diese Entwicklung. Die Miteinbeziehung aller Jugendlichen in demokratische Prozesse, das Erlernen des richtigen Umgangs mit anderen Menschen im (Schul-)Alltag und die Zukunftsperspektiven für Schüler sind heute einfach nicht mehr ausreichend gegeben. Verzweiflung und die vermeintliche Gewissheit nichts ändern zu können treiben junge Menschen zu diesen politischen Randgruppen. Es wird viel zu wenig getan gegen diese Bedrohung, doch soziales Engagement gegen Rassismus und Courage sind durchaus möglich und dringend notwendig.

Organisationsformen wie die friedliche und bunte Verhinderung der Vereinnahmung Dortmunds am „Antikriegstag“ des letzten Jahres, der durch die Nazis zynisch deklariert wurde, bilden bürgerliche beispielsweise eine bürgerliche Alternative. Unter dem Motto „Bunt statt braun“ besetze man öffentliche Plätze Dortmunds und feierte ein Fest der Kulturen.

Und auch Schüler können sich täglich in den Kampf gegen den Rassismus einbringen, wie es das Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ (http://www.schule-ohne-rassismus.org/) oder die Gründungen von Anti-Rassismus-AGs an dortmunder Schulen beweisen.

Die nächste Chance dem Voranschreiten rechter Propaganda und Gewalt Einhalt zu gewähren gestaltet sich schon am nächsten Freitag, dem 19.03.2010, um 15:00 an der U-Bahnhaltestelle Heinrichstraße. Das Bündnis Dortmund gegen Rechts wird dort wie im letzten Jahr seinen „Antifaschistischen Frühjahrsputz“ abhalten, bei dem Aufkleber von rechten Organisationen und andere Propaganda von Ampeln, Schildern, Laternen etc. entfernt werden.

Säuberungsmaterial ist vor Ort vorhanden, sodass es nur noch eurer Anwesenheit und eures Ehrgeizes bedarf um einen weiteren kleinen Schritt zu tun!

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„Bezirksschülervertretung on tour“ – Wir besuchen eure Schule!

Die Bezirksschülervertretung Dortmund (BSV) wird vom Montag, dem 12.03.2010, bis zum Freitag, dem 26.03.2010, dortmundweit zahlreiche weiterführende Schulen jeder Schulform besuchen. Die Initiative der Dortmunder Schülervertreter bildet somit den Beginn der BSV-Projekte im 2. Halbjahr des Schuljahres 09/10, das ganz der direkten Arbeit mit Schülerinnen und Schülern gelten soll.

„Wir haben in Vergangenheit und Gegenwart deutlich gemerkt, dass viele Mitschüler sich ihrer Rechte nicht bewusst sind, unter anderem weil Schülervertretungsarbeit an den Schulen nicht genug gefördert wird. Es bestehen häufig vor Ort keine Strukturen, die es jungen Menschen außerhalb von Partei-Jugendorganisationen erlauben ihre politischen Ideen zu verwirklichen und demokratisch an Prozessen mit zu wirken, die sie direkt betreffen“, begründet Fabian Rasem, Pressesprecher der BSV, die Kampagne.

Zusammen mit Schülern der jeweiligen Schulen werden die Bezirksvertreter Konzepte erarbeiten wie SV-Arbeit funktionieren kann und versuchen, individuell auf die Problematiken an Ort und Stelle einzugehen. So planen die Beteiligten zusammen zum Beispiel den Verlauf von SV-Sitzungen, um Strukturen zu schaffen oder zu langfristig zu etablieren und Aktionen, mit denen die SVen das Schulleben gestalten können.

„Leider ist SV-Arbeit sehr von dem Engagement einzelner Personen abhängig und kann so mit dem Abgang dieser Personen von der Schule schnell zusammen brechen“, wissen die Bezirksvertreter. Darum wird ein stärkeres dortmundweites Netzwerk zwischen den Sven aufgebaut, ständige Kommunikation errichtet und die Nachhaltigkeit der Arbeit an den Schulen gefördert. Zum Beispiel hierzu erhalten die Schulen Ratgeber der BSV zur Schülervertretungsarbeit in Dortmund, konkrete Kontaktadressen für Hilfe und weitere Termine für die Zusammenarbeit werden vereinbart.

Auf der anderen Seite sollen außerdem Anregungen für die BSV-Arbeit gesammelt.

Im Anschluss an das Projekt „BSV on tour“ werden schulformspezifische Treffen stattfinden, auf denen Themen besprochen werden sollen, die bestimmte Schulformen besonders betreffen. Darüber hinaus aber soll es vor allem auch ein Austausch der SVen ermöglichen, auf den hoffentlich eine zukünftige Zusammenarbeit der Schulen (z.B. bei Projekten) folgt.

Den Anfang machten am heutigen Montag, dem 12.03.2010, die Albrecht-Dürer-Realschule und das Gymnasium an der Schweizer Allee.

Bezirksdelegiertenkonferenz übertrifft alle Erwartungen

„Es war irgendwie schon ein bisschen eine BDK der Superlative“, freut sich Florian Gubernator, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BSV. In einer gemütlich freundschaftlichen Atmosphäre hatte am Dienstag, dem 26.01.2010, die 11. Bezirksdelegiertenkonferenz der Dortmunder Schülervertretungen in der Anne-Frank-Gesamtschule stattgefunden. „Es war hervorragend wie zielstrebig, unkompliziert und leidenschaftlich diskutiert und gearbeitet wurde“, kommentiert er die Beratungen der 98 Delegierten. 98 Delegierte, eine selten da gewesene Zahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern weiß Fabian Erstfeld, dienstältestes Vorstandsmitglied. Und nicht nur das! Auch die Vorbereitungstreffen im November und Dezember zeigten nach den langwierigen Diskussionen auf der vorangegangenen BDK ihre Wirkung. In „Rekordzeit“ beschloss man die Arbeitsthesen und das Arbeitsprogramm der BSV fast ohne jede Änderung der Vorlagen. Dies zeigt: Die strukturelle Überarbeitung der BSV, die der Vorstand vollziehen will, scheint zu greifen. „Es muss darum gehen unsere Arbeit transparent zu halten, Positionen zu diskutieren und alle Schülerinnen und Schüler mitwirken zu lassen. Das wichtigste ist, den Prozess des Nachdenkens anzuregen. Wir müssen immer bereit sein Meinungen zu erläutern, wichtige Diskussionen führen und andere Blickwinkel nachzuvollziehen – gerade bei einer Interessenvertretung wie uns, die jedes Jahr neu besetzt wird“, findet Fabian Rasem aus dem Vorstand. Dies wurde getan. In eigens angelegten Arbeitsgruppen wurde der sehr kontroverse Punkt „Inklusiven Ganztagsgesamtschule“ (IGGS) diskutiert. „Es ist unabdingbar, dass diese Themen besprochen werden. Wir richten unsere Programme nach der Meinung des Plenums aus und nicht anders herum. Alle Anwesenden bestimmen, was die zu vertretenden Positionen sein sollen. Richtungswechsel müssen auch möglich sein.“, meint er weiter.

„Richtungswechsel“ gab es diesmal nicht. Man scheint zufrieden mit der Arbeit und den Positionen. Die IGGS bleibt als visionäres Ziel erhalten, Privatschulen, Kopfnoten, G8 und Zentralabi am Pranger der BSV. Änderungen gibt es dennoch. Bis vorerst 2011 setzt sich die BSV für eine stärkere Einbindung des Bundes in Bildungsangelegenheiten ein, dann muss erneut über die Papiere abgestimmt werden. Der Vorstand nimmt sich die erarbeiteten Forderungen und Wünsche zu Herzen. „Wir werden weiter sehr basisbezogen arbeiten“, kündigt Henrike Mentler an. Mit dem neuen Projekt „BSV on Tour“ wird die BSV im März Dortmunder Schulen und SVen besuchen, ein monatlicher Newsletter und „Schulformspezifische Treffen“ werden eingerichtet. Der Bildungsstreik wird forciert und die BSV-Struktur weiter überarbeitet – Man will dem neuen Vorstand optimale Arbeitsbedingungen ermöglichen.

Zu diesem könnten auch die bis zum Juni 2010 neugewählten Vorstandsmitglieder Rafael Mark (Hauptschulreferent), Florian Virow (Basisreferent) und Alex Rüther (Schriftführer) und der kooptierte Leon Kügler (Organisation) zählen. Der Vorstand ist sehr erfreut, dass er sich qualitativ erweitern konnte und es gelang eine überflüssige Positionen (Sektenbeauftragte) abzubauen. „Wir schauen nach dieser BDK sehr optimistisch in die Zukunft und freuen uns auf die Arbeit mit den neuen Gesichtern“, resümiert man einig. Zur ersten Lagebesprechung trifft man sich wie immer öffentlich am 08.02.2010 zur Vorstandssitzung, ausnahmsweise um 18:00 Uhr im „Domicil“ an der Hansastraße.