Arbeitsthesen der BSV

Arbeitsthesen der BSV Dortmund 2009/10
(beschlossen auf der 11. BDK am 26.01.2010)

Die „Arbeitsthesen der BSV Dortmund“ bilden den Leitfaden der Bezirksschülervertretung für ihre Arbeit im aktuellen Schuljahr und ihre Position zu bildungspolitischen Themen.

Schulsystem

Bildung muss ein allgemein geltendes Recht sein und folglich jedem Schüler uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Eine Inklusive Ganztagsgesamtschule ist die anzustrebende Schulform. Eine umfassende Vernetzung dieser ist notwendig und somit anzustreben.
Die Institution „Privatschule“ ist abzulehnen. Der Staat ist verantwortlich dafür, dass in allen Schulen eine genügende Bildungsqualität sowie ein einheitlicher Bildungsstandart vorhanden ist. Diese Pflicht muss er wahrnehmen und nicht an private Träger übermitteln. Bildung darf zudem nicht abhängig von gesellschaftlichen und finanziellen Faktoren sein und muss jedem gleich zugänglich sein.

Privatisierung von Bildung, aber auch Kooperation von Schulen mit Organisationen (z.B. in Form von Sponsoring), die wirtschaftliche Interessen verfolgen, ist abzulehnen. Qualitativ gute Bildung muss ausreichend vom Staat finanziert werden. Förderung ohne Forderung jedweder Gegenleistungen sind hingegen akzeptabel.

Kopfnoten, die Schulzeitverkürzung durch G8 und das Zentralabitur sind nicht hinnehmbar. Noten, die den Schüler als Persönlichkeit ausdrücken sollen, können diesen Anspruch in keiner Form erfüllen. Schulzeitverkürzung und zentrale Prüfungen führen ausschließlich zu einer Steigerung des Konkurrenzdrucks und der bloßen Wissensaneignung, nicht aber zu langfristigem Lernerfolg. Dies gilt zudem im Hinblick auf das Erlernen sozialer Fähigkeiten, das aktuell vernachlässigt wird.
Die BSV tritt dafür ein, dass Bildungsangelegenheiten auf Bundesebene behandelt werden und nicht nur auf Landesebene, spricht sich jedoch gegen die Bundesschülerkonferenz aus, in der Form wie sie momentan besteht.

Die Ausbildung von Lehrpersonal ist momentan mangelhaft, da Lehrkräfte nicht zu genüge auf die anstehende Berufspraxis vorbereitet werden.

Referendare dürfen nicht bedarfsdeckend eingesetzt werden.

Lehrinhalte

Politische Bildung und demokratische Meinungsbildung sind wichtige Bestandteile des schulischen Erziehungsauftrags. Diese müssen auch aktiv als dieser wahrgenommen und in den Unterricht eingebracht werden.

Religionsunterricht darf nicht verpflichtend sein und muss konfessionsneutral stattfinden.

Unterrichtsinhalte müssen flexibel und auf die Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sein. Dies ist durch Schulzeitverkürzung und zentrale Prüfungen nicht gewährleistet.

Außerschulische Angebote (z.B. AGs) bereichern den Schulalltag der Schülerinnen und Schüler und ermöglichen den Erwerb von sozialen Fähigkeiten. Diese müssen gefördert werden.

Schülerkompetenzen

Die SVen und die einzelnen Schülerinnen und Schüler müssen ihre Rechte kennen und wahrnehmen können. Es darf nicht ausschließlich Aufgabe der SV sein die dafür notwendige Arbeit zu leisten.

Die Schüler müssen an den, die Schule betreffenden, Entscheidungen beteiligt werden.

Die Schüler und Eltern sollten in der Schulkonferenz bei jeweils gleichen Anteilen zusammen mindestens 2/3 der gültigen Stimmen haben. Entscheidungen dürfen nicht über die Köpfe der Schüler entschieden werden, die die Betroffenen dieser darstellen. Schüler müssen als mündige Mitglieder der Gemeinschaft respektiert und behandelt werden und schon früh demokratische Strukturen aktiv miterleben.

Die SVen müssen ausreichende Unterstützung in ihrer Arbeit erhalten.

Gesellschaftliche Problematiken

Mobbing und die Ausgrenzung von Schülerinnen und Schülern dürfen nicht akzeptiert werden.

Für Faschismus und Rassismus darf in der Schule und der Gesellschaft kein Platz sein.

Gewalt in jeglicher Form ist abzulehnen, sowohl verbale als auch körperliche.

Politisch motivierte Delikte dürfen weder verharmlost oder toleriert werden noch überspitzt dargestellt werden.

Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation

Die BSV muss in der Öffentlichkeit und der Wahrnehmung durch Schüler präsent sein.

Schülerinnen und Schüler müssen über aktuelle bildungspolitische Themen informiert sein. Diese Aufgabe muss durch Schulen als meinungsbildende Institutionen in den Schulalltag eingebunden werden.

Kooperationen mit Organisationen, die (teilweise) gleiche Interessen vertreten, sind im Sinne eines besseren Einstehens für bildungs- und gesellschaftspolitische Ziele der Schülerinnen und Schüler wichtig.

Die Vernetzung der Dortmunder Schulen untereinander, gleich welcher Schulform, ist essentiell für eine fruchtbare BSV-Arbeit.

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